Unterwegs auf 2 Betriebssystemen

Vorgeschichte

1982 haben meine Frau und ich die ersten Programmierkurse besucht, unsere ersten Erfahrungen auf einem SHARP-MZ 80A gesammelt und erste Programme mit BASIC und PASCAL programmiert. (Der MZ 80A hatte einen 8bit-Prozessor mit 32KB Ram - keine HD - nicht einmal ein Laufwerk für Floppy-Disks).

Wir stiegen um auf den SHARP MZ 700, dann auf den MZ 800 und danach auf den ATARI MEGA ST1040, was ein Quantensprung war. Es folgten Kurse in Logo und C++.
Beruflich kam ich mit dem ersten DOS-Rechner, einem Intel 80386 oder kurz einem i386 in Kontakt, was damals mit einem Umstieg von einem Porsche auf einen 2CV hätte verglichen werden können (keine grafische Oberfläche, keine WYSIWYG =what you see is what you get, kein Laser-, sondern ein Matrixdrucker)

Von 1996 bis 2021 (bis zu unserer Pensionierung) hatten meine Frau und ich unsere GmbH im PC-Support-Bereich.

Wir installierten Windows-PCs, kleinere Firmennetzwerke und hatten sowohl mehrere Firmen (Anwaltspraxen, Zahnarztpraxen, Heime, Handwerkbetriebe...) wie auch Privatkunden, bei denen wir Support leisteten.

Daneben hatten wir unseren Schulungsraum und erteilten Kurse in MsWord, MsExcel, MsPowerPoint, MsVisio, MsPublisher, MsProject, MsOutlook, Photoshop, Dreamweaver, Director, Flash, Filemaker und andere. Dabei arbeiteten wir mit dem Kaufmännischen Verband, der Volkshochschule und der Schweizerischen Lehrerfortbildung zusammen und erteilten zahlreiche Firmenkurse.

Zusätzlich erstellten wir Dutzende Websistes für Firmen, Heime, Non-Profit-Organisationen und Vereine.
Weil Websites vor 25 Jahren noch ohne CSS programmiert wurden, sahen sie auf verschiedenen Browsern (Explorer, Netscape, Opera, Firefox......) unterschiedlich aus und ganz besonders vollkommen anders auf einem PC, als auf einem MAC, weshalb wir uns einen iMAC zulegten und die Webseiten darauf mit Safari anschauten.

Wir haben Dutzende Computer zusammengebaut und konfiguriert und Support für DOS 5 über Windows 3.11 bis hin zu Windows 10 geleistet, wobei wir uns dabei oft auch mit Problemen in der Registry auseinandersetzen mussten.

Nachdem wir nun in Rente sind und keinen Support mehr leisten - ausser gelegentlich innerhalb der Familie oder bei Freunden - können wir uns das Betriebssystem aussuchen, mit dem wir arbeiten wollen.

Unsere Arbeitsumgebung

Meine Frau und ich arbeiten parallel auf zwei Betriebssystemen.

Wir arbeiten einerseits mit Ubuntu 25.10. Dieses ist mit dem Internet verbunden.
Alles, was zu tun hat mit Mail, Websites, Internetrecherchen, Streaming, Online-Sprachkursen, Fernsehen, Radio, eBooks etc. und somit mit dem Internet, läuft über dieses Netzwerk. Daran sind 8 PCs/Notebooks angeschlossen und auch 2 NAS mit 16TB für gestreamte Daten - aber keine persönlichen Daten (ausser den Mails)

Andererseits betreiben wir das Intranet mit 2 PCs und mehreren NAS mit 40TB an Daten. Dieses ist vollständig vom Internet abgekoppelt und nur darüber haben wir Zugriff auf unsere persönlichen Daten (Fotos, Familienfilme, Korrespondenz, Ahnenforschung).
Auf den beiden PCs ist Windows 7 installiert (Gründe dafür siehe weiter unten!) - auf dem einen PC als Native System und auf dem andern als Virtuelle Maschine.

Ubuntu 25.10

Ubuntu ist ein Linux-Derivat und mit Abstand das beste Betriebssystem, mit dem ich bisher gearbeitet habe.
Es ist ein Open-Source-Betriebssystem für das tausende Programme aus allen Bereichen zur Verfügung stehen, die auch Open-Source sind.
Open-Source bedeutet, dass man es kostenlos verwenden darf. Programme sind dadurch wesentlich einfacher zu installieren - es braucht keinen Lizenzschlüssel, den man mühsam eintippen muss.
Je nach Programm kann man dieses in einer virtuellen Umgebung installieren. Es läuft dann unter Ubuntu, "macht aber sein Ding", ohne einen direkten Zugriff auf Ubuntu zu haben. Anders, als bei Windows, installiert sich kein Virus einfach so schnell im Hintergrund.

Pro Jahr erscheinen 2 Versionen: Ende April und Ende Oktober. Deshalb die Bezeichnungen 25.04 (vom April 2025) und 25.10. Für diese Versionen ist der Suppport jeweils für 5 Jahre gewährleistet. Trotzdem habe ich seit 2018 nun mindestens alle 2 Jahre unsere Rechner auf die neuste Version umgestellt.

Wer schon mal einen Windows-Rechner installiert hat, weiss, was für ein Murks das ist: Zuerst das Betriebssystem installieren (das dauert schon mal eine halbe Ewigkeit) mit Anmeldung via Microsoft-Konto. Danach werden die Programme installiert (wobei dann bei jeder Software die Lizenznummer wieder eingetippt wrden muss, die man auch zur Hand haben muss) und danach die Daten kopiert. Bei Windows ist das so eine Sache, weil die User-Daten und die Daten des Betriebssystems nicht sauber getrennt sind, sondern miteinander "verwurstelt" sind. Dies bedeutet bei einer Neuinstallation, dass zuerst das Datenbackup erstellt werden muss, wobei man nie sicher ist, ob man alle Daten "erwischt" hat. Meist merkt man, dass noch was fehlt, wenn die Neuinstallation schon fat abgeschlossen ist. Auch wenn man alle Daten kopiert hat, muss man Outlook wieder neu konfigurieren: Serverdaten und Passwörter eingeben etc.

Anders ist das bei Ubuntu. Da sichert man das HOME-Verzeichnis, in dem die User-Daten gespeichert sind. Der Rechner kann darauf mit dem Installationsstick gebootet werden und 15 bis 20 Minuten später läuft der PC mit dem neuen Ubuntu wieder. Programme kann man rasch wieder installieren. Danach kopiert man das Home-Verzeichnis zurück: Mail-, Favoriten und alles andere läuft wieder tadellos.

Die Handhabung ist einfach und ein Umstieg von Windows gar kein Problem. Ein Hauptunterschied liegt allerdings in den Bezeichnungen der angeschlossenen Geräte - angefangen bei den HD, die nicht mehr Laufwerk C, D, E usw. heissen. Daran gewöhnt man sich rasch.

Wie man in letzter Zeit öfters lesen konnte, steigen mehr und mehr Behörden, Organisationen, Schulen und Städte auf Linux um - wobei ich noch nie gelesen habe, auf welches Derivat (Debian, Ubuntu, Fedora, SUSE, RedHat, Mageia, Mandriva, Manjaro, Neptun, Kali.......).

Windows 7

In den 25 Jahren, während denen wir unsere Firma hatten, haben wir tausende Franken in Software investiert. Zwar sind diese Programme nun in die Jahre gekommen. Sie laufen aber immer noch ausgezeichnet und erfüllen die Zwecke, wofür wir sie angeschafft hatten.

Dies sind die Gründe, weshalb wir Windows 7 weiterhin verwenden - auch wenn es keinen Support mehr dafür gibt.
Windows 7 Pro 64bit ist für mich das beste Betriebssystem, das Microsoft herausgebracht hatte. Es läuft stabil und schnell, nachdem wir Virenschutz, Firewall und alle unnötigen Dienste deinstalliert bzw. deaktiviert haben. Es gibt keine nervigen Updates mehr für dieses System. Wir haben die vollständige Kontrolle über unsere Daten und wohin diese gespeichert werden, was bei Windows 10 und 11 nicht mehr der Fall ist. Und wie bereits erwähnt: die teuer erworbene Software funktioniert nach wie vor tadellos.

VirtualBox

VirtualBox ist eine Virtualisierungs-Software, die sowohl unter Ubuntu, wie auch unter Windows läuft und auf beiden Betriebssystemem kostenlos installiert werden kann, wobei ich sie nur unter Ubuntu verwende.

Die beiden PC's, auf denen ich arbeite sind identisch aufgesetzt: Beide mit Ubuntu 25.10. Beide haben die gleiche Hardware mit je 48GB-RAM.
Mit VirtualBox habe ich die Möglichkeit sowohl auf dem Intranet- als auch auf dem Internetrechner weitere Betriebssysteme zu starten. Auf dem Intranetrechner ist das beispielsweise Windows 7 und allenfalls parallel dazu Windows 11 (beide ohne die Möglichkeit aufs Internet zugreifen zu können) nebst Ubuntu 25.10.

Das Ganze ist so eingerichtet, dass ich von jeder Virtuellen Maschine auf die gemeinsamen Daten zugreifen kann. Im Kklartext bedeutet dies, dass ich mit einer Tastenkombination zwischen Windows 11, Windows 7 und Ubuntu hin und her wechseln kann - abhängig davon, mit welchen Daten bzw. mit welcher Software ich arbeiten will.

Auf dem Internetrechner arbeite ich ebenfalls mit VirtualBox, habe aber dort primär Linux-Derivate installiert und zwei Testmaschinen mit Ubuntu 25.10 mit speziellen Konfigurationen (als Webserver zum lokalen Testen von Websites) und zum Installieren von neuer Software, die ich mir zuerst anschauen möchte, bevor ich sie auf meinem PC installiere.