Zim-Wiki

Arbeiten "mit einer Kartei"


Die Zeit, als Recherchen in Bibliotheken und Archiven mittels Zettelkasten durchgeführt wurden, ist mir noch sehr präsent.

Ebenso, wie man sich alles von Hand rausschreiben musste und wie viel Zeit man dafür brauchte.

"Rausschreiben" war das Eine, die benötigten Informationen bei Bedarf in den Notizen wieder zu finden, war das Andere.


Die elektronische Kartei


Das Prinzip ist heute dasselbe, wie damals. Der Unterschied besteht aber darin, dass Daten nicht abgeschrieben, sondern kopiert und diese im elektronischen Zettelkasten schnell gefunden werden können.

Für die Arbeit am eigenen Computer gibt es mehrere solcher Programme: One Note (Windows), ZimWiki (Windows und Linux), Joplin (Linux).....

Weil ich auf meinen Computern sowohl mit Windows, als auch mit Ubuntu (Linux-Derivat) arbeite, habe ich mich für ZimWiki entschieden - auf diese Daten kann ich mit Joplin aber auch zugreifen - was ich bei grossen Datenbeständen (10'000 und mehr) meist tue, weil Joplin bei kombinierten Suchabfragen wesentlich schneller ist.

Beide verwenden das Markdown-Format (siehe Artikel dazu bei Wikipedia).

OneNote verwendet ein propriertäres Format. Arbeitet man nur am eigenen Windows-PC damit, ist es kein Problem. Daten lassen sich auch mit andern "tauschen", sofern diese mit Windows arbeiten und mit der selben Version von OneNote.

Desktop-Wiki


ZimWiki ist ein geniales Programm, in welchem einzelne Textfiles in einem Notebook zusammengestellt sind. Das Wiki kann aus einem oder mehreren Notizbüchern bestehen.

Ich erfasse damit Notizen jeglicher Art. Auch Bilder, Links und vieles mehr lässt sich einfügen und verwalten.

Genial daran ist, dass diese Textfiles nach gewissen Suchkriterien durchsucht werden könnenn: z.B. Name des Vaters, Name der Mutter, Geburtsjahr usw.

Solange es sich um ein paar hundert Einträge handelt, reicht ZimWiki vollkommen aus.

Dabei gilt, je grösser die Datenmenge und je grösser die Anzahl der Suchkriterien, desto länger dauert es, bis die Daten zusammengestellt sind, sofern es denn solche gibt, die diese Kriterien erfüllen. Es ist nicht einmal ein Bruchteil von der Zeit, die ich benötigen würde, um die gesuchten Informationen manuell aus der Kartei herauszufischen.

Für mein Messerli-Wiki (lediger Name meiner Mutter) habe ich die CSV-Datei, die ich mittels Skript (perplexity sei Dank) zusammengefügt habe (mit 10016 Einträgen) in die gleiche Anzahl normierter Textfiles umwandeln lassen. Dabei ist die ganze Umwandlung vonstatten gegangen, dass ich das Gefühl hatte, der Transfer sei wohl schief gelaufen. Eine Kontrolle des entsprechenden Zielverzeichnisses zeigte aber, dass die 10016 Textfiles generiert worden waren und dann in ZimWiki geöffnet werden konnten.



AUS CSV MACHE *.TXT



10016 Textfiles



So sieht es in ZimWiki aus



Suchkriterien


Im Suchfeld gibt man die Suchkriterien ein und startet danach die Suche.

Bei über 10'000 Einträgen kann es eine Weile dauern. Danach sind aber alle Einträge aufgeführt, die den Kriterien entsprechen, und können direkt angeklickt werden.


Hätte ich die Daten manuell erfassen müssen, wäre mir der Aufwand zu gross gewesen.

Dank den Skripts, die mir perplexity generiert hatte, hatte ich die Daten (über 100 Dateien mit mehr als 10'000 Einträgen, die ich in familysearch.org gefunden und exportiert hatte), zu einer riesigen Tabelle zusammenstellen können.

Danach habe ich diese Tabelle mittels eines weiteren Skripts von perplexity zu über 10'000 normierten Textfiles umformatieren und so abspeichern lassen.

Diese habe ich schliesslich in das entsprechende Verzeichnis kopiert bzw. erstellen lassen, so dass ich sie mit ZimWiki öffnen und durchsuchen konnte.

Das Zusammentragen der Daten auf familysearch und das Speichern in über 100 Dateien, war der grösste Aufwand. Alle andern Arbeiten waren dann sehr kurz, da fast alles durch den PC erledigt worden ist.

Zeitersparnis ist enorm und Nutzen ist riesig!

Trotzdem - eine kombinierte Suche mit ZimWiki mit über 10'000 Einträgen dauert einen Moment. Das ist der Grund, weshalb ich - wann immer ich mit grösseren Datenbeständen zu tun habe, Joplin verwende.

Familienkartei



Bei einer Seitenlinie habe ich ZimWiki erstmals auch anders eingesetzt: Finde ich im Eheregister den Eintrag einer Ehe, so ist das Hochzeitsdatum des Paares bekannt.
Ich setze dann das Jahr der Heirat als Titel, gefolgt von den Namen, der beiden Personen, die geheiratet haben.

Finde ich aber einen Eintrag im Taufregister oder im Sterberegister (mit dem Verweis auf die Eltern), füge ich - sofern möglich - die Daten beim entsprechenden Hochzeitspaar ein. Habe ich für die Eltern keinen Eintrag im Eheregister gefunden existiert für sie auch noch keine Familienkarte in der Kartei.

In diesem Falle nehme ich das Jahr der Taufe oder des Todes der aufgeführten Person, trage das Jahr des Ereignisses als Titel ein, gefolgt von einem "!"-Zeichen und dem Namen der Eltern.
Dadurch weiss ich, dass die Eltern wahrscheinlich davor geheiratet haben könnten.

Finde ich danach ein weiteres Kind, mit dem Namen dieser Eltern, trage ich es in diese "Familienkarte" ein. Liegt dieses Tauf- oder Sterbeereignis nach dem des zuvor eingetragenen Kindes, erhält es den Eintrag darunter. Liegt das Datum davor, dann steht es an erster Stelle und ich ändere den Titel des Eintrags, indem ich das Jahr dieses Eintrags nehme, gefolgt von einem "!"

Beim Beispiel oben sind sowohl das Ehedatum der Eltern bekannt, wie auch die Daten der Kinder. Möglich wäre, dass bei der weiteren Suche noch ein Kind "auftauchen" könnte, das zwischen 1723 und 1728 geboren sein könnte (vielleicht auch 2).

Vielleicht hatten die Eltern die Familienplanung 1723 mit 6 Kindern bereits abgeschlossen gehabt und es ist dann noch ein Nachzügler dazu gekommen.


Hier sind viele weitere Daten dazugekommen: Hochzeitsdatum der Tocher Anna Maria inklusive einem Stammbaum bei familysearch.org.

In diesen Fällen notiere ich alle Informationen, die ich gefunden habe.

Kein Hochzeitsdatum


Hier war kein Eintrag der Eltern im Eheregister zu finden, dafür aber die Taufen ihrer 6 Kinder.